Umgang mit Konflikten
Manche harten Gespräche seht ihr kommen, andere stehen plötzlich im Raum. Vorbereitet oder nicht – im entscheidenden Moment zählt, was euch zur Verfügung steht. Genau hier setzt dieses Training an. In zwei Tagen bekommt ihr das Handwerkszeug für Gespräche, bei denen es raucht, und übt an euren echten Situationen – mit Seminarschauspieler:innen, die euer Gegenüber spielen.
Erstgespräch buchenDas Problem
Es geht fast nie um das, worum es geht
Konflikte entstehen so gut wie nie aus bösem Willen. Sie entstehen, weil (mindestens) zwei Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich lesen und beide sicher sind, im Recht zu sein.
Dazu kommt die Sache mit den Persönlichkeitstypen und mit den sozialen Grundbedürfnissen.
Gleichzeitig erleben wir alle eine Arbeitsverdichtung, die das ausreichende Durchatmen und von der Vogelperspektive auf die Dinge schauen, unwahrscheinlich machen.
Was folgt, kennt jede und jeder: Man wird lauter oder auffällig sachlich, weicht aus, sitzt aus. Und irgendwann geht es nur noch um die Beziehung und jede Mail wird zum Beweisstück.

Was ihr aus dem Training mitnehmT
Handlungsfähigkeit, auch unter Druck
- Früherkennung und Urteilsfähigkeit – Konflikte ansprechen, solange sie noch klein sind.
- Ein Gespür für das Gegenüber – Verstehen, warum jemand so reagiert, wie sie oder er reagiert. Die eigene Wortwahl und die emotionale Botschaft entsprechend variieren, statt es immer mit einem Schema zu probieren oder mit „bei der Sache bleiben”.
- Einwandbehandlung – Widerspruch nicht wegdiskutieren, sondern als Information nutzen. Hinter jedem Einwand steckt ein 100% berechtigtes Bedürfnis.
- Sprechfähigkeit unter Druck – Techniken, die auch dann greifen, wenn einem die passende Antwort eigentlich erst auf dem Heimweg einfallen würde.
- Schlagfertigkeit mit Haltung – Souverän kontern, ohne das Gegenüber vor den Kopf zu stoßen. Schließlich wollt ihr morgen noch zusammenarbeiten.
- Klarheit in der Sache, Wertschätzung in der Beziehung – Wir trainieren, wie beides gleichzeitig geht.

Zwei Tage TRAINING
Erst das Handwerk, dann die Probebühne
Tag 1 – Das Handwerk
Wir beginnen mit dem, was in Konflikten in der Theorie passiert. Angepasst auf euren konkreten Arbeitsalltag und eure Fälle. Wir beschäftigen uns mit den verschiedenen Persönlichkeitstypen und Mustern in Konflikten. Denn gestritten wird sehr unterschiedlich: Die einen werden lauter, die anderen stiller, wieder andere sachlich bis zur Unerträglichkeit. Die Teilnehmenden lernen die typischen Muster kennen, erkennen ihre eigenen Trigger und entwickeln passende Strategien für die Gegenüber, mit denen sie es zu tun haben. Dazu kommt der Werkzeugkoffer: Einwandbehandlung, Improvisationstechniken aus dem Theater und konkrete Schlagfertigkeitstechniken für die Sekunden, in denen sonst die Worte fehlen.
Tag 2 – Die Probebühne
Jetzt kommen die Seminarschauspieler:innen ins Spiel. Und eure echten Fälle: der Bauherr, der jede Woche eskaliert. Die Angehörige am Bett, die vor Sorge um ihren Vater aggressiv wird. Die Kollegin aus der Nachbarabteilung, mit der schon lange nichts mehr geklärt wird. Wir erheben diese Situationen vorab und spielen sie durch – realistisch und im Härtegrad steuerbar. Szenen lassen sich anhalten, zurückspulen und anders spielen. Ein Luxus, den der Arbeitsalltag nicht bietet. Die Gruppe entwickelt Alternativen mit, es wird die Seite gewechselt, und das Feedback kommt aus drei Perspektiven: aus der Gruppe, von der Trainerin und vom schauspielenden Gegenüber.

MeTHODE
Szenische Trainings mit Seminarschauspieler:innen
Über Konflikte reden kann jede und jeder und es gibt unendlich Bücher, Podcasts und sonstige Quellen, die Konfliktmanagement in der Theorie erklären. Die Möglichkeit Rollenspiele unter Kolleg:innen zu initiieren ist cool und besser als nichts, meistens scheitert das Ganze jedoch an drei Dingen: Entweder bleiben alle höflich, weil man sich morgen wieder sieht. Oder es wird plötzlich zu ernst. Und es ist natürlich super schwer für Laien, eine Rolle in Varianten durchzuspielen. Unsere Schauspieler:innen lösen genau das. Sie sind glaubwürdig genug, dass es sich echt anfühlt, und außenstehend genug, dass niemand etwas riskiert. Sie können den Druck erhöhen oder herausnehmen, dieselbe Szene fünfmal unterschiedlich spielen und danach präzise beschreiben, was eine Formulierung beim Gegenüber ausgelöst hat. Diese Rückmeldung bekommt man im Arbeitsalltag nie und sie bleibt hängen.
ZIELGRUPPE
Für alle, die Konflikte gut aushalten und gestalten wollen
Dieses Training ist ein Inhouse-Format zum Umgang mit nach innen und/oder nach außen gelagerten Konflikten. Zum Beispiel für:
- Führungskräfte, die Konflikte im Team moderieren, untereinander klären oder nach oben und nach unten managen müssen
- Consultants in schwierigen Kundenbeziehungen – zwischen Anspruch, Budget und Erwartungen
- Architekt:innen und Planer:innen, die zwischen Bauherren, Behörden und ausführenden Firmen vermitteln
- Medizinisches und pflegerisches Personal im Kontakt mit Patient:innen, Angehörigen und Kolleg:innen – oft unter Zeitdruck und in emotional aufgeladenen Situationen
- Projektleitende in Matrixstrukturen, die Verantwortung tragen, aber keine Weisungsbefugnis haben
- Vertrieb und Kundenservice, wo der Ärger als Erstes ankommt
Mitzubringen sind eure realen Situationen aus dem Arbeitsalltag – gerne die, die man am liebsten vergessen würde.
Keine Vorkenntnisse und keine Schauspielerfahrung erforderlich: Es wird nicht Theater gespielt, sondern an der eigenen Rolle und mit der eigenen Sprache gearbeitet.

Der Rahmen
Auf einen Blick
- Dauer: 2 Tage, Präsenz Training
- Gruppengröße: 8–12 Teilnehmende
- Format: Inhouse, zugeschnitten auf eure Branche, euer Unternehmen und eure Konfliktlandschaft
- Team: Trainer:in und Seminar-Schauspieler:in
- Ergebnis: verbesserte Reflektions- und Urteilsfähigkeit und erprobte Gesprächsstrategien für die eigenen Fälle, sowie ein persönliches Repertoire an Formulierungen und Techniken zu Einwandbehandlung und Schlagfertigkeit
- Wir empfehlen: Follow-up-Session nach 6–8 Wochen, wenn im Arbeitsalltag geübt wurde
- Für eine individuelle Langzeitwirkung: Einzelcoachings im Nachgang